Shalimar Spice Garden

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Es hat die ganze Nacht geregnet. In einer Intensität, die man bei uns so nicht oft erlebt. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Jose gar nicht zu uns durchkommt. Bei uns im asphaltversiegelten Europa wäre wahrscheinlich alles überschwemmt. Aber er war pünktlich um 10.00 Uhr da. Vorher gab’s wieder ein reichliches Frühstück. So viel und vielfältig, wie in diesen Tagen, frühstücke ich sonst nie. Die Bergluft ist toll, nicht so tropisch warm und feucht, wie die letzten Tage. Jose hat die Idee, die Klimaanlage abzuschalten und die Fenster unseres Tojotas offen zu lassen, damit ich mehr von der Atmosphäre mitbekomme, wenn wir durch die Dörfer fahren. Unser Ziel ist heute Thekkardy. Wir unterhalten uns heute ausführlich über Geschichten aus der Hindu-Mythologie. Langsam gewöhne ich mich an die indischen Straßen. Wir verlassen die höher gelegenen Bereiche und fahren ins Landesinnere. Irgendwie haben es die Inder mit Feuer. Überall liegt ein Brandgeruch in der Luft.
Gegen Mittag erreichen wir unser nächstes Hotel. Das Shalimar Spice Garden. Sehr idyllisch, aber etwas abgelegen. So, dass man Abends nicht mal so einfach die Stadt anschauen kann. Wir werden mit dem schon obligatorischen Fruchtsaft und den schon bekannten Formularen begrüßt. Wieder mal interessant mit zubekommen, wie die Inder versuchen, unsere deutschen Reisepässe zu entziffern. Unsere Ausweise sind noch nie so oft studiert worden, wie in den letzten Tagen. Wir beziehen für zwei Nächte einen kleinen Bungalow im Garten des Hotels. Wir können uns also mal ausbreiten und wieder halbwegs Ordnung in die Rucksäcke bringen. Später fahren wir in die Stadt zu einem Gewürzgarten. Dort haben wir wieder einen Guide ganz für uns. Das tolle ist, er kennt die Namen der Gewürze auf Deutsch und hat sich offensichtlich auf mein Kommen vorbereitet. Ich lerne viele Gewürze und die entsprechenden Pflanzen kennen, die ich von zuhause nur aus dem Gewürzdöschen kenne. Dazu gibt es auch verschiedene Kaffeepflanzen. Pflanzen, von denen ich schon viel gehört hatte, aber sie mir nie vorstellen konnte.

Danach fuhren wir zur Elefantenstation. Hier hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit, mit Elefanten auf Tuchfühlung zu gehen. Touristen können hier mal kurz für eine halbe Stunde eine vorgegebene Strecke reiten. Man steigt auf eine Empore und der gesattelte Elefant legt, wie ein Boot an. Man muß sich nur noch in den Sattel setzen. Ich bin erstaunt, wie sich Elefanten anfühlen. Das hätte ich mir anders vorgestellt. An die Gangart muß man sich erst gewöhnen, bevor man entspannt auf ihm oben sitzt. Das war schon toll. Aber ich fasse mich hier kurz, denn unser richtiges Elefantenabenteuer kommt erst noch.

Zum Abendessen fuhren wir zurück ins Hotel. Hier gibts hervorragendes Essen und wir hatten richtig Hunger. An diesem Abend sitzen wir noch lange zusammen und reden über die Ereignisse der letzten Tage. Lukas fällt auf, dass man hier ganz anders mit meiner Behinderung umgeht, als er dies von Deutschland kennt. Alles entspannter und natürlicher. Wir unterhalten uns über viele Dinge, die daheim kaum zur Sprache gekommen sind, weil sie einfach in der Familie nie relevant waren. Aber Indien war nun mal in Bezug auf Kontaktaufnahme mit anderen Menschen und Orientierung eine schöne Herausforderung.

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