Fahrt mit dem Hausboot durch die Backwaters

Montag, 21. Oktober 2013

Heute stand der letzte Höhepunkt unserer Rundreise an. Eine Tour mit dem Hausboot durch die Backwaters. Von Alleppey zieht sich ein weites Netz von Wasserstraßen und Seen ins Landesinnere. Teilweise sind die Dörfer nur auf dem Wasserweg erreichbar. Jose fährt uns zur Anlegestelle, wo wir erst wieder die landestypischen Formalitäten erledigen müssen und danach unser Boot zugewiesen bekommen. Auf diese Fahrt habe ich mich schon lange gefreut und war gespannt, wie diese Hausboote wohl aussehen. Bei den Booten handelt es sich um alte Getreidetransporter, die aus Holz und Bambus bestehen und von Seilen zusammengehalten werden. Da die Transportwege heute anders organisiert sind, wurden die Boote zu Hausbooten umgebaut und wie Hotelzimmer vermietet. Ein Steuermann und ein Koch bildeten, nur für uns beide, die Besatzung. Ganz vorne, hatte der Steuermann seinen Platz und man konnte sich auf einer Matratze direkt dahinter auf die Plattform legen. Dann kam ein Wohnbereich mit Sitzgelegenheiten und Tisch. Dahinter war die Kajüte mit unserem Schlafraum, inklusive Bad, einer Küche und der Unterkunft für die Crew.
Nachdem wir uns alle begrüßt hatten und den schon üblichen Fruchtsaft getrunken hatten, legten wir ab. Ich liebe Wasser und ich liebe es vom Boot aus, die Geschehnisse am Ufer zu hören. Diese Fahrt war anders als alles, was ich bisher von Flussfahrten kannte. Auf den Wasserstraßen war richtiges Leben. Kleine Boote, die offenbar die Funktion von Familienkutschen hatten, Transportboote, Fischerboote und vieles mehr. Ich genoss es, einfach in der Sonne zu liegen und die Fahrt zu genießen. Nach einer Fahrtzeit von zwei Stunden bekamen wir die erste sehr reichliche Mahlzeit. Frischer Fisch mit Gemüse, Früchten und Reis.
Später legten wir an und ein kleines, flaches Boot ging längseits. Wir wurden gebeten einzusteigen und fuhren in die seitlichen Kanäle. Unter einer sehr niedrigen Brücke, unter der wir uns ducken mussten, ging es durch, in eine ganz neue Welt. Ein Dorf, in dem sich das gesamte Leben am Wasser abspielte. Aus Werbebannern und anderem Schrott zusammengezimmerte Hütten, Menschen, die arbeiteten, am Fluss ihre Wäsche wuschen oder Reisfelder versorgten. Ich hatte mich für diesen Tag als unerreichbar abgemeldet. Ich hatte die Vorstellung, dass in den Backwaters kaum Handyempfang möglich wäre. Aber weit gefehlt. Der Empfang war nirgends so gut gewesen, wie hier. Lukas sah die baufälligsten und abenteuerlichsten Hüttenkonstruktionen. Alle aber mit Fernsehgeräten und die Bevölkerung mit modernsten Handys ausgestattet.
Zurück auf unserem Hausboot ging es weiter auf den Hauptwasserstraßen. Es war jetzt Feierabendverkehr. Ich hatte noch nie so viele Boote auf einmal erlebt. Besonders beeindruckend fand ich den Schulschluss, den wir miterleben konnten. Massenhaft Kinder wurden von ihren Eltern mit Booten abgeholt. Leider zog es sich zu und es wurde nebelig, so dass wir den Sonnenuntergang nicht sehen konnten. Gegen 18.00 Uhr legten wir an. Die Hausboote dürfen dann nicht mehr fahren, um die Fischer nicht zu stören. Das Boot wurde für die Nacht fest gemacht und wir genossen, nachdem der Motor ausgeschaltet war, die Ruhe. Von überall war das Leben am Ufer zu hören. Das Abendmenü übertraf noch das vom Mittag. Bis in die Nacht saßen wir im offenen Wohnzimmer unseres Hausbootes, quatschten wieder über viele Dinge, chatteten mit unseren Freunden und genossen die Atmosphäre. Es gab aber auch Massen an Moskitos, die uns ohne Insektenschutz das Leben schwer gemacht hätten. Dazu gab es noch eine Menge Geckos, die auf Moskitojagd waren und aus dem vollen schöpfen konnten. Wir schliefen zum ersten Mal unter einem Moskitonetz. So ganz konnte ich die Nacht nicht genießen. In der Nacht sprang ein Generator an, der nicht mehr abgeschaltet wurde. Lukas schlief aber, wie ein Stein.

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Youtubevideo über die Backwaters

Früh Morgens in den Backwaters

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